[ein bissl anders #4] Melancholiker in den Medien

Wo sind die Melancholiker?

Traurig, mies gelaunt, nachdenklich, der Musik lauschend, passiv, grau gekleidet… wir alle haben unser Klischeebild von einem Melancholiker. Dauerhaft betrübte Menschen gelten als melancholisch. Sie sind gerne für sich und nehmen alle Emotionen stärker wahr. Vertrauen zu haben, ist für sie schwer. Melancholiker werden stereotyp gerne mit den Künstlern assoziiert. Sie machen nicht einfach Musik. Sie kreieren, um zu existieren… Übertrieben ist ihr Anspruch auf Tiefsinnigkeit und der leichte Hang zum Leiden. Sensibel sind sie dennoch. Psychiater verwendeten das Bild des Melancholikers für depressive Menschen.

Einige Charaktere mit melancholischen Zügen wurden durch Ereignisse geprägt. Einige sind seit der Geburt so. Besonders gut kombinierbar sind Melancholie und Liebeskummer. Grace Adler („Will & Grace„) lebt als Designerin in einer WG mit ihrem Ex zusammen. Sie sucht einen Partner, doch die große Liebe ihres Lebens scheint noch immer ihr Ex zu sein. Der ist nur leider schwul. Emma Bovary („Madame Bovary„) ist von ihrer langweiligen Ehe angewidert und geht nur in ihrer Idealwelt auf. Es gibt kurze Lichtblicke, doch am Ende wählt sie den Tod. Ansatzweise melancholisch sind die Hauptfiguren in „The Big Bang Theory„, die zwar akademisch viel leisten, jedoch im Privatleben oft unzufrieden sind. Raj leidet unter selektivem Mutismus, findet keine Freundin und steht unter dem Druck seiner wartenden Eltern. Leonard ist pflichtbewusst, wird aber oft abgestraft. Oft erinnert er sich an schlechte Ereignisse und fühlt sich trotz Freundin klein. Kevin Arnold („Wunderbare Jahre„) blickt auf seine Schulzeit zurück. Er gehörte zu den Außenseitern und war in eine Mitschülerin verliebt, mit der mehrere Male zusammen war. Trotz der manchmal lustigen Erinnerungen und der Tatsache, dass jedes Leben Höhen und Tiefen hat, wirken Kevins Worte im Nachhinein stets nachdenklich und bedrückend.

Melancholische Kinder gibt es ebenfalls. Beispiele sind der Geister sehende Cole Sear („The Sixth Sense„) oder die trauernde Molly Singer („Corinna, Corinna„). Charlie Brown („The Peanuts„) ist ein bekannter Pechvogel. Regelmäßig zweifelt er an seinem Glück und hat wenig Selbstvertrauen.

Zwei Charaktere können auf unterschiedliche Art dieselbe Persönlichkeit darstellen.Weiterlesen »

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„Bist du 50.000,- wert?“ (ZDF neo) – Nächste Stufe erreicht?

Das ZDF hat eine neue Sendung. Hier verspricht man Kandidaten 50.000€, indem sie so sind wie sie sind. Die Sendung kam gestern auf ZDF neo und habe laut einiger Zuschauer Skandalpotential. Ich habe es mir angesehen und muss feststellen, es schockt mich gar nicht. Es ist das gleiche in grün, nur ehrlicher und etwas interessanter. Eine Castingshow, die näher an der Gesellschaft ist.

Das Konzept der Sendung verspricht Einblicke in unser Urteilsvermögen. Sechs Kandidaten, wie auch immer sie gecastet wurden, werden über verschiedene Runden vorgestellt. Die Jury, woher auch immer sie kommen mag, stimmt nach jeder Runde ab, ob ein Kandidat des Geldes würdig ist. Kein Talent entscheidet, sondern die Geschichte und Motivation. Warten wir es ab!

Eine Psychologin steht dem Moderator zur Seite, um vermeintlich wissenschaftliche Klarheit zu bringen. Schon jetzt kann ich versprechen, sie ist überflüssig. Ja, es ist eine Sie mit Brille und Dutt und auch noch recht jung.Weiterlesen »

Der Fall RBTV

Der Rubel rollt. Nicht wirklich.

Zweiter Geburtstag. Im Januar 2015 begann alles offiziell auf Twitch. Sie haben Staffeln eingeführt. Ein Kumpel ist Fan geworden. Ich schreibe weiterhin auf meinem Blog und Wikipedia mit. Dem Wechsel zu Youtube fieberte ich nicht entgegen. Aber ey, die Rückspulfunktion macht sich. Meine größte Sorge war, ob ich mich dann noch am Chat beteiligen kann. Denn was wäre RBTV ohne den Chat?

Es wurde kritimeckert und konferenziiert. Reddit fand nicht zuletzt durch den langersehnten Communitymanager zurück ins Bewusstsein der Redaktion. Eigentlich ist Reddit immer präsent. Sobald Nutzer wie bei den Onlinenews von GMX aus Titeln Teaser machen oder „konstruktive Kritik“ mit dem oben genannten verwechseln. Schon verständlich, wenn der Anspruch auf Transparenz und Interaktivität nicht mehr auf Reddit spürbar war. Böse meinte es jedoch keiner. Es fühlte sich nur jeder verantwortlich.Weiterlesen »