Meine Guilty Pleasures… [Medienbio #10]

Eigentlich sollte der 10. Teil vom Kinderfernsehen handeln. Der stein des Anstoßes für diesen Beitrag ist „RuPaul’s Drag Race: All Stars 3„, worauf ich später eingehe. Guilty Pleasures, Lieblinge, für die man sich schämt. Hier also meine Liste.

Fernsehen, Fernsehen, Fernsehen… sonst nix

Meine Mutter gab sich Mühe, mir den Unterschied zwischen Bildung und mangelnder Bildung (nett verharmlost) deutlich zu machen. Arbeitsbedingt hatte sie wenig Zeit für mich. Bis zur fünften Klasse ging ich in den Kitahort. Danach höchstens einmal die Woche zur AG. Was war das Ergebnis? Ich saß vor dem Fernseher und das nicht zu knapp. Nebenbei machte ich Hausaufgaben und aß meinen Mikrowellen-Fertigfraß.

MTV Room Raiders„MTV Room Raiders“: Drei Kandidaten sitzen im Van fest. Auf dem Monitor beobachten sie, wie eine Frau ihr unaufgräumtes Zimmer durchforstet. | © mtv.de

Damals gab es in Deutschland Musikfernsehen. Unter dem Logo von MTV stand „Music“ und VIVA war der Konkurrent aus Deutschland. Kurz gehalten war ich ein Musikfernsehjunkie. Dennoch schaute ich zu gern die Shows, die rein gar nichts mit Musik zu tun hatten. Es waren Datingsendungen („Dismissed„, „Next„, „Room Raiders„) oder anderer Kram. Das meiste wurde für wesentlich ältere und promiske Leute produziert. Auf RTL II lief „The Dome„. Eine Sendung wie „Top of the Pops“ und „Formel 1„, aber im Zeichen der 90er und 00er Jahre. Die Musik der Zeit war eben aus den Charts und die Moderatoren aufgedreht, vor allem Daisy Dee. Als ich mit Mitschülern zusammensaß und wir die Sendung sahen, tat ich so als würde ich die Hälfte davon nicht kennen. So peinlich war mir das!Weiterlesen »

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[ein bissl anders #4] Melancholiker in den Medien

Wo sind die Melancholiker?

Traurig, mies gelaunt, nachdenklich, der Musik lauschend, passiv, grau gekleidet… wir alle haben unser Klischeebild von einem Melancholiker. Dauerhaft betrübte Menschen gelten als melancholisch. Sie sind gerne für sich und nehmen alle Emotionen stärker wahr. Vertrauen zu haben, ist für sie schwer. Melancholiker werden stereotyp gerne mit den Künstlern assoziiert. Sie machen nicht einfach Musik. Sie kreieren, um zu existieren… Übertrieben ist ihr Anspruch auf Tiefsinnigkeit und der leichte Hang zum Leiden. Sensibel sind sie dennoch. Psychiater verwendeten das Bild des Melancholikers für depressive Menschen.

Einige Charaktere mit melancholischen Zügen wurden durch Ereignisse geprägt. Einige sind seit der Geburt so. Besonders gut kombinierbar sind Melancholie und Liebeskummer. Grace Adler („Will & Grace„) lebt als Designerin in einer WG mit ihrem Ex zusammen. Sie sucht einen Partner, doch die große Liebe ihres Lebens scheint noch immer ihr Ex zu sein. Der ist nur leider schwul. Emma Bovary („Madame Bovary„) ist von ihrer langweiligen Ehe angewidert und geht nur in ihrer Idealwelt auf. Es gibt kurze Lichtblicke, doch am Ende wählt sie den Tod. Ansatzweise melancholisch sind die Hauptfiguren in „The Big Bang Theory„, die zwar akademisch viel leisten, jedoch im Privatleben oft unzufrieden sind. Raj leidet unter selektivem Mutismus, findet keine Freundin und steht unter dem Druck seiner wartenden Eltern. Leonard ist pflichtbewusst, wird aber oft abgestraft. Oft erinnert er sich an schlechte Ereignisse und fühlt sich trotz Freundin klein. Kevin Arnold („Wunderbare Jahre„) blickt auf seine Schulzeit zurück. Er gehörte zu den Außenseitern und war in eine Mitschülerin verliebt, mit der mehrere Male zusammen war. Trotz der manchmal lustigen Erinnerungen und der Tatsache, dass jedes Leben Höhen und Tiefen hat, wirken Kevins Worte im Nachhinein stets nachdenklich und bedrückend.

Melancholische Kinder gibt es ebenfalls. Beispiele sind der Geister sehende Cole Sear („The Sixth Sense„) oder die trauernde Molly Singer („Corinna, Corinna„). Charlie Brown („The Peanuts„) ist ein bekannter Pechvogel. Regelmäßig zweifelt er an seinem Glück und hat wenig Selbstvertrauen.

Zwei Charaktere können auf unterschiedliche Art dieselbe Persönlichkeit darstellen.Weiterlesen »

„Bist du 50.000,- wert?“ (ZDF neo) – Nächste Stufe erreicht?

Das ZDF hat eine neue Sendung. Hier verspricht man Kandidaten 50.000€, indem sie so sind wie sie sind. Die Sendung kam gestern auf ZDF neo und habe laut einiger Zuschauer Skandalpotential. Ich habe es mir angesehen und muss feststellen, es schockt mich gar nicht. Es ist das gleiche in grün, nur ehrlicher und etwas interessanter. Eine Castingshow, die näher an der Gesellschaft ist.

Das Konzept der Sendung verspricht Einblicke in unser Urteilsvermögen. Sechs Kandidaten, wie auch immer sie gecastet wurden, werden über verschiedene Runden vorgestellt. Die Jury, woher auch immer sie kommen mag, stimmt nach jeder Runde ab, ob ein Kandidat des Geldes würdig ist. Kein Talent entscheidet, sondern die Geschichte und Motivation. Warten wir es ab!

Eine Psychologin steht dem Moderator zur Seite, um vermeintlich wissenschaftliche Klarheit zu bringen. Schon jetzt kann ich versprechen, sie ist überflüssig. Ja, es ist eine Sie mit Brille und Dutt und auch noch recht jung.Weiterlesen »