Die letzten Glühwürmchen (2002): Die Kinder sind tot!

„Die letzten Glühwürmchen“

Seita und Setsuko
Rot gefärbte Erinnerungen: Seita (14) und Setsuko (4).  | © jpgames.de

Der kürzlich verstorbene Isao Takahata (1935-2018) war nicht nur Mitbegründer des Studio Ghiblis, sondern auch einer der wichtigsten Erschaffer des Ghibliuniversums. Der Film „Die letzten Glühwürmchen“ erschien in Japan 1988, kam aber erst 2002 nach Deutschland. Es ist neben dem Anime „Barfuß durch Hiroshima“ (1983) eine der offensten Darstellungen des Zweiten Weltkrieges, erzählt aus der Sicht von Kindern.

Bekannt ist der Anime als ‚Tearjerker‘, ein Film zum Weinen.
Zu Ehren Takahatas möchte ich diesen Film vorstellen.

Der Film enthält: Krieg, zwei Geschwister, Luftangriffe, Reis, Erziehung, Wasser und Erde, Plünderungen, eine Dose Bonbons

Handlung:  Kobe, 1945. Kurz vor Kriegsende häufen sich auch hier die Luftangriffe. Die Geschwister Seita und Setsuko leben im  Moment nur mit ihrer Mutter zusammen. Der Vater ist Soldat der japanischen Marine und kämpft auf See. Eines Tages trennen sich die Mutter und die Kinder voneinander, um den Bomben zu entfliehen. Als Seita mit seiner kleinen Schwester am Sammelplatz ankommt, erfährt er vom Tod der Mutter. Er beschließt, Setsuko nichts zu erzählen und kommt mit ihr bei der Tante unter. Zunächst scheint es eine gute Unterkunft zu sein, doch bald werden die Rationen für die Bevölkerung kleiner und die Tante beginnt, die Kinder unter Druck zu setzen. Seita entschließt sich, allein mit Setsuko in einem Unterbau am Fluss zu leben und ihr alles zu geben, was sie braucht. Doch die Situation ist schwerer als gedacht. (FSK: 6)Weiterlesen »

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Miss Hokusai (2016) – Malen und Managen in der Edo-Zeit

Japans großer Künstler hatte eine Tochter: „Miss Hokusai“

Sailor Moon Pose O-Ei beobachtet ihren Vater bei der Arbeit.| © Tokyo International Film Festival 2015

Etwas Kultur muss sein“, dachten sich vielleicht die Macher dieser Geschichte. Warum auch nicht?! Immerhin geht es um einen der nicht nur bekanntesten Künstler Japans, Katsushika Hokusai, sondern auch einen, der den Begriff Manga in seinem Land bekannt machte. Die Ehre gebührt hier aber dessen Tochter O-Ei, einer Künstlerin. Sie nimmt jeden mit auf die Reise ins alte Tokio, wo die berühmten Werke ihres Vaters und von ihr selbst entstanden. Seit 2015 ist die Mangaadaption von Keiichi Hara zu sehen, in Deutschland ist er seit diesem Sommer im Kino.

Der Film enthält: eine Künstlerbude, eine unscheinbare Frau, Meisterschüler, Laster des alten Tokios, Auftragsarbeiten, eine vergessene Schwester, mystische Kreaturen, Papierkügelchen

Alles auf Anfang: Sugiura, Edo und die Katsushikas

Die Historikerin Hinako Sugiura (1958-2005) studierte besonders gerne die Ära, als Edo (Tokio) Japans Hauptstadt wurde und in Japan endlich Frieden herrschte. In der Zeit, als die Samurai an der Macht waren und die Gesellschaft nach sehr strengen Ständeregeln aufgeteilt war, spielt ihr Manga „Sarusuberi Miss Hokusai“ (1983-87). Der Titel bezieht sich auf den Baum, der während der Sommerzeit rosa Blüten trägt und auch auf dem Plakat des Anime zu sehen ist. Sugiura lernte viel über die Zeit im Studium, das sie aber nie beendete und beim Autor Shisei Inagaki. Die Manga-Arbeit begann aber als Assistentin unter der feministischen Mangakünstlerin Murasaki Yamada. Dem Studium der Edo-Zeit blieb sie treu. Sie verabschiedete sich im Jahr 1993 wieder aus der Mangaindustrie, um ihren Forschungen nachzugehen. Bis sie 2005 an Krebs verstarb.

Ihr Zeichenstil ähnelt dem Ukiyo-e, einem populären Stil der Edo-Zeit. Charakteristisch sind zum Beispiel die schmalen, länglichen Augen, anders als in den meisten Manga. Ukiyo-e (jap. Bilder der fließenden Welt) ist bekannt für Farbholzschnitte und Gemälde zu gesellschaftlichen Themen in den großen Städten. Ein bekannter Künstler dieses Genres war Katsushika Hokusai (1760–1849). Zu seinen Werken gehörten auch die sogenannten Hokusai Manga, in denen er Alltagsszenen Tokios einfing und sehr lebhaft wiedergab. Sein Werk verlor gegen Lebensende an Bedeutung, beeinflusste jedoch einige europäische Künstler wie Vincent van Gogh.

Über eine seiner Tochter, Katsushika O-Ei (1800-1866), ist nicht viel bekannt. Sie soll eine sehr talentierte Künstlerin gewesen sein. Der Legende nach habe Hokusai bemerkt, dass ihre Portraits besser seien als seine. Außerdem soll sie gelegentlich auf schlechte Zeichnungen herabgeschaut haben und soll allgemein etwas exzentrisch gewesen sein. Dass sie ihren Vater auch in dessen Schaffen unterstützt hat, wurde wenig behandelt. Als Hokusai starb, lebte sie abgeschottet als Nonne. Doch einige ihrer Werke wurden berühmt.

 

Handlung. 1814 leben und arbeiten in Tokio der eigenwillige Künstler Tetsuzo (Hokusai) und dessen nicht minder begabte und ungewöhnliche Tochter O-Ei zusammen. Täglich unterstützt O-Ei ihren Vater bei der Arbeit und muss gelegentlich für ihn einspringen. Tetsuzos Schüler Genjiro hingegen verbringt manchmal mehr Zeit damit, seinen Lehrmeister in Tokio herumzuführen und Lokale auszutesten. O-Ei ist nicht gerade pflichtbewusst, hält aber ohne Anerkennung einzufordern den Laden zusammen. Doch als einzige Frau in der Runde fällt ihr das nicht leicht. Zumal sie unverheiratet ist. Ein bisschen Erholung findet sie, wenn sie mit ihrer blinden kleinen Halbschwester O-Nao die Welt erkundet. (FSK: 6)

Der Manga ist in Deutschland nie veröffentlicht worden. Der Anime hingegen wird seit 2016 von Kazé vertrieben. Die Regie führte Keiichi Hara (u.a. „Doraemon„, „Crayon Shin-Chan„, „Ein Sommer mit Coo„). Mitverantwortlich ist das Studio I.G (u.a. „Ghost in the Shell„, „XxX Holic„, „Psycho Pass„, die Animation zu O-Ren in „Kill Bill Vol. 1„).Weiterlesen »