„Mr. Bill“ und das Bildungswesen (Teil 3)

Weg mit den Handys! Weg mit aufgezwungenen Fächern! Weg mit Klassenunterschieden…? Die aktuellen Unruhen in Chemnitz haben wir den Klassenunterschieden und fehlendem Respekt zu verdanken. In Deutschland sind die Grundschulen noch recht gemischt, aber ab der Oberschule gibt es dank des vertikalen Trennungssystems das Gymnasium bis zur Förderschule. Trotz des Aufstiegs in vielen Arbeiterfamilien und der immer höheren Quote an Abiturienten und Studienabsolventen, bleiben die Klassen noch unter sich.

Multiprobleme

Rütli SchuleMr. Bill versucht, auf Augenhöhe mit den Schülern zu sein. das kommt nicht gut an. | © Mr. Bill (1994) auf cinemaxx.de

„Problemlösefähigkeit, Kreativität, Soziales Miteinander!“ wäre mein Slogan, würde ich wie Nena eine eigene Schule gründen. In der DDR gab es die Polytechnische Oberschule. Dort waren die Schüler von der 1. bis zur 10. Klasse zusammen. Auch hier trennte man „die Spreu vom Weizen„, aber erst nach der 10. Klasse. Bis dahin brauchte es Toleranz. Es blieben Gymnasiasten und Hauptschüler in einer Klasse. Kein Wunder, dass das Modell unter dem Namen Gemeinschaftsschule allmählich zurückkehrt.

Irgendwann wechselte ich auf eine Schule, in der Kinder den Duden oder das Lexikon erst kennen lernten. Ihr Englisch war bescheiden. Es gab keine Regeln zu Kaugummis oder zum Kippeln. An meiner alten Schule packten uns die Lehrer teilweise an den Ohren. Hier gab es Vandalismus und Kontakt zu Drogen. Unter anderem.

Im Bezug auf das schlechte Verhalten gibt es immer noch Debatten um die korrekte Kleidung. Was ist freizügig und was normal im Zeitalter von ISIS. Mr. Bills Schüler sind Soldaten. Sie tragen eine Uniform. Das hält die Doppel-Ds aber nicht vom schlechten Benehmen ab. Genauso wenig die Schüler in Großbritannien, wo Mobbing und fehlender Respekt vor Lehrern ein Dauerthema ist.

Mr. Bill löst Probleme auf eine andere Art. Mit viel Einsatz und dem Schaffen von Wissen. Er bringt den Soldaten Shakespeare bei. Vorher kannte ihn niemand. Später können sie sein Werk „Hamlet“ zitieren. Zuerst lachten sie, dann wollten sie mehr. Und alles begann mit der Neugier eines Schülers.Weiterlesen »

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20.03. „#MoinMoin“ – Sendung zum Knutschen

Inhalt (Sendung vom 20.03.2018, RBTV): Lars isst Fleisch. Trotzdem beschwert er sich über Massentierhaltung und Leder. Ist das heuchlerisch, oder sinnvoll? Wie schädlich ist die Lederproduktion? Welche Auswirkungen hat das Gerben von Tierhaut? Woher kommt mein Leder? Was spricht gegen einen Schuh aus Leder? Sind wir wirklich bereit, auf Massentierhaltung zu verzichten? Wie sehr schränkt […]

Meine Guilty Pleasures… [Medienbio #10]

Eigentlich sollte der 10. Teil vom Kinderfernsehen handeln. Der stein des Anstoßes für diesen Beitrag ist „RuPaul’s Drag Race: All Stars 3„, worauf ich später eingehe. Guilty Pleasures, Lieblinge, für die man sich schämt. Hier also meine Liste.

Fernsehen, Fernsehen, Fernsehen… sonst nix

Meine Mutter gab sich Mühe, mir den Unterschied zwischen Bildung und mangelnder Bildung (nett verharmlost) deutlich zu machen. Arbeitsbedingt hatte sie wenig Zeit für mich. Bis zur fünften Klasse ging ich in den Kitahort. Danach höchstens einmal die Woche zur AG. Was war das Ergebnis? Ich saß vor dem Fernseher und das nicht zu knapp. Nebenbei machte ich Hausaufgaben und aß meinen Mikrowellen-Fertigfraß.

MTV Room Raiders„MTV Room Raiders“: Drei Kandidaten sitzen im Van fest. Auf dem Monitor beobachten sie, wie eine Frau ihr unaufgräumtes Zimmer durchforstet. | © mtv.de

Damals gab es in Deutschland Musikfernsehen. Unter dem Logo von MTV stand „Music“ und VIVA war der Konkurrent aus Deutschland. Kurz gehalten war ich ein Musikfernsehjunkie. Dennoch schaute ich zu gern die Shows, die rein gar nichts mit Musik zu tun hatten. Es waren Datingsendungen („Dismissed„, „Next„, „Room Raiders„) oder anderer Kram. Das meiste wurde für wesentlich ältere und promiske Leute produziert. Auf RTL II lief „The Dome„. Eine Sendung wie „Top of the Pops“ und „Formel 1„, aber im Zeichen der 90er und 00er Jahre. Die Musik der Zeit war eben aus den Charts und die Moderatoren aufgedreht, vor allem Daisy Dee. Als ich mit Mitschülern zusammensaß und wir die Sendung sahen, tat ich so als würde ich die Hälfte davon nicht kennen. So peinlich war mir das!Weiterlesen »