Sprich #26

Manchmal muss man einfach Dampf ablassen. Ich helfe eigentlich gerne. Immer wieder gerate ich jedoch in Zweifel, ob andere Leute das ganze verdienen, so wie sie sich verhalten. Bei vielen kann ich davon ausgehen, dass sie es besser wissen müssten. Bei wenigen muss ich davon ausgehen, dass sie im Prinzip nichts für ihre Eigenheiten können, die es […]

Wie ich beim Chatten meine Daten weitergab… [Medienbio #8]

Bestimmt gibt es den einen oder die andere unter euch, die ich vielleicht auf ICQ getroffen habe. Für die meisten ist Chatten eine seltsame Zeitverschwendung. Ich habe anfangs das gleiche gedacht. Am Ende war es vielfältig einsetzbar. Zum Englisch lernen, Brieffreunde finden und sogar Nachrichten lesen.

Der erste Eindruck

Über einen Arbeitskollegen meiner Mutter bekamen wir ein Einwahlmodem für das Internet. Es lief langsam. Sobald wir online waren, lief die Uhr mit, denn wir zahlten Internet pro Minute. Damals habe ich „Jumpin’ Jack Flash“ (1986) mit Whoopi Goldberg gesehen und dachte, genau so funktioniert das Internet. Das war auch das erste Mal, als ich von einem Chat erfuhr. Ich dachte immer, da hört man Stimmen oder hat Avatare. Bis heute hätte ich gerne einen Avatar-Chat ausprobiert. Heute sind Chats wahrscheinlich nur noch bekannt für Partnersuchen im Ausland oder Jugendliche, die man früher auf Knuddels und heute auf Whatts App vermutet.

Szene aus ‚Jumpin‘ Jack Flash‘: Terry (rot) chattet mit jemand Unbekannten (blau). | © Blog der University of Memphis

Meine Freundinnen hatten schon lange vorher Internet, im Kinderzimmer. Mit 14 übernachtete ich bei einer Freundin zu ihrem Geburtstag. In dieser Nacht chattete ich zum ersten Mal. Die Idee war nicht attraktiv. Mit Fremden im Internet reden. Theoretisch vielleicht interessant, aber die Umsetzung… Meine Freundin erzählte mir von den einzelnen Personen als wären es Leute aus dem Verein. Wir saßen zu sechst da und schauten ihr dabei zu. Es war langweilig und niveaulos. Das gleiche erlebte ich bei einem anderen Geburtstag, wieder 14 oder 15. Diesmal chatteten wir zu viert mit Mangafans, möglicherweise bei Animexx. Danach hatte ich genug.

Alles änderte sich, als ich Englisch in der Schule abwählte. Mit der Mission, mich selbst zu unterrichten, weil dieses Schulenglisch zum Kotzen war. Ich machte auch immer mehr Flüchtigkeitsfehler, sodass ich nur Dreien bekam. Mein Drang war auch, internationale Freunde zu finden. Ich ging mit 17 oder 18 in der Bibliothek chatten. Dazu nutzte ich den Nickname, also Spitznamen, den ich mir damals für meine Klassenkameradin ausgedacht hatte. Der Name gefiel ihr nicht: Sie guckte mich verwundert an und fragte, wie ich auf diese Idee kam. Der Name war von der Serie „Digimon“ inspiriert und ich fand ihn lustig. Wenn ich im Chat angesprochen wurde, kam häufig ein Wortwitz zu meinem Namen.Weiterlesen »