Update: Unterstützung für Kyoto Animation (KyoAni)

Nach der Attacke auf das Animationsstudio Kyoto Animation (KyoAni), eines der erfolgreichsten Animestudios in Japan, gibt es bisher viele Beileidsbekundungen und Hilfsangebote. Für Leute im deutschsprachigen Raum ist es komplizierter als gedacht, zu helfen, hier sind aber einige Möglichkeiten.

1. Direkt ans Studio spenden

Das Studio hat ein Konto eingerichtet, auf dem Spenden nun direkt angenommen werden. Durch die sehr vielen Anfragen und Nachrichten kam es zu einer Überforderung. Seit dem 24. Juli ist auf der offiziellen Internetseite zu lesen, wohin man das Geld schicken kann. Der Text ist zum Großteil auf japanisch.

Übersetzung des Spendenaufrufs: animenachrichten.de

Spendenaufruf Kyoto Animation

 

2. Onlinespendenplattform gofundme

Sentai Filmworks ist ein Filmverleih, welche sofort eine Spendenseite auf gofundme einrichteten und sich 750.000 Dollar als Ziel setzten. Schließlich ist das Gebäude von Kyoto Animation komplett zerstört, inklusive der meisten Zeichnungen und Geräte, wie der Präsident Hatta mitteilte. Zudem können Krankenhauskosten und psychische Behandlungen hinzukommen, auf die die Firma noch nicht vorbereitet ist.

Spendenaufruf Sentai Filmworks

Zum jetzigen Zeitpunkt übertraf die Unterstützung das Ziel von 750.000 Dollar. Es wurden bereits über 1,8 Millionen Dollar gespendet!

Link zur offiziellen Aktion: Help KyoAni Heal! auf gofundme

Die Schwierigkeit bei diesem System ist jedoch, dass eine Kreditkartennummer angegeben werden muss sowie der Name. Einige Leute meldeten außerdem Probleme mit der Überweisung, wenn sie im Ausland leben, obwohl dies laut Seitenmanager kein Problem und keine zusätzlichen Kosten bringen sollte.

 

3. Merchandise und Produkte kaufen

Alternativ kaufen viele Fans Merchandise, auch digital, von Kyoto Animation. Vor Ort möchte das Mangakaufhaus Animate unterstützen. Diese vertreiben Merchandise und sammeln Spenden in den Flialen (Animate.co.jp: Notiz vom 19.7.). Filialen gibt es hauptsächlich in Japan. Ansonsten in Ostasien. Im Onlineshop habe ich dazu nichts gefunden. Alternativ können wir natürlich bei den Läden hierzulande vorbeischauen. Saturn hat zum Beispiel eine große Animesammlung. In einigen Comicläden gibt es sicherlich nicht nur DVDs oder Blu-Rays, sondern auch Merchandise. Es sollten aber natürlich bestmöglich Originalkäufe sein und nichts aus zweiter Hand!

Saturn Animes

Die Bestellung bei Saturn kann man übrigens im Laden lassen, um Versandkosten zu sparen. Des weiteren könnt ihr euch entscheiden, ob ihr online oder vor Ort bezahlt. Natürlich kann man sich auch erkundigen, ob ein Exemplar bereits im Laden Freihand verfügbar ist.

 

Digital kann man beispielsweise Bilder für unter 2€ kaufen. Auf dem Onlineshop des Studios steht alles auf japanisch. Der Google Translater ist heutzutage aber recht zuverlässig, zumindest in einer englischen Übersetzung.

Link zum offiziellen Onlineshop: KyoAni Shop! von Kyoto Animation (Weiterleitung der Homepage)

Da in Japan ebenfalls Kreditkarten sehr beliebt sind, braucht ihr auch hier eine als auch eine Angabe eures Namen. In der Onlineanleitung auf Twitter wird beschrieben, wie die Informationen zum Wohnort umgangen werden können. Andere Digitalverkäufe gibt es sicherlich auch. Man müsste aber hier besonders genau überprüfen, ob die Gewinnean das Studio gehen.

 

4. Kulturveranstaltung in eurer Nähe

Die fortlaufenden Manga Conventions in eurer Nähe könnten sich an Spendenaktionen beteiligen. Dazu müsst ihr euch wie immer frühzeitig um Tickets kümmern und solltet die Veranstalter fragen. Da viele Veranstalter direkt oder indirekt mit Comicläden zu tun haben, könnten sie auch dort Spendenboxen einrichten.

Übersicht von Conventions und Händlern: animexx

Zudem könnte man sich an die Japanische Botschaft wenden. Bisher haben sich die Konsulate noch nicht dazu geäußert. Die Botschaft führt aber gelegentlich Spendenaktionen durch.

 

5. Die „richtige“ Aufmerksamkeit bringen

Einige Botschaften bekundeten ihr Beileid. So auch Anwohner und sehr viele Fans des Studios. Leider gibt natürlich einige beleidigende Trolle da draußen und Betrüger, die gierig auf die Spendengelder sind. Was ich mir von der Manga- und Animecommunity wünsche, ist das Beileid nicht vorzuheucheln sowie auch andere Katastrophen ernstzunehmen. Damit mache ich mich mal wieder unbeliebt, aber… wir glänzen nicht immer mit Empathie, solange es nicht um Japan geht… Einige meinten tatsächlich, es sei schlimm (nicht „schlimmer“), wenn ihr eigenes Lieblingsstudio betroffen wäre.

Zur Erinnerung: Hier fand ein Verbrechen statt und es sind nicht nur mehr als 70 Menschen direkt betroffen. Die Nachbarn, andere Mitarbeiter und die Familien und Freunde sind ebenfalls traumatisiert. Es ist unklar, ob die Mitarbeiter fähig sind, das ganze zu verarbeiten. Man sollte nicht erwarten, dass man einfach so die Firma wieder aufbaut und glaubt, nach einigen Monaten könnte man in eine Routine zurück!

Es sollte den Zeitungen und Fernsehstationen hierzulande auch klar sein, dass diese Nachricht nicht nur Mangafans berührt. Es geht auch nicht um Zahlen, wenngleich dieser Anschlag einer der schlimmsten war. Brandanschläge und Anschläge anderer Art gab es in Japan mehrfach. Man weiß in der heutigen Zeit nie, wann die nächste Attacke kommen kann. Gerade im Hinblick auf die Vorbereitung der Olympischen Spiele 2020, sind erhöhte Sicherheitsmaßnahmen notwendig, um nicht noch mehr Verrückten Raum für Gewalt zu geben.

Update: Zur Attacke aufs Animestudio Kyoto Animation (KyoAni)

Eigentlich warte ich Nachrichten lieber ab. Allerdings macht mich diese gerade sehr betroffen. Ich habe vom mutmaßlichen Brandanschlag auf das Animationsstudio Kyoto Animation (KyoAni) erfahren. Das Studio produzierte Serien wie „K-On!„, „Die Melancholie der Haruhi Suzumiya„, „Clannad„, „Free“ und Filme wie „A silent voice„. Der Angriff trifft den wichtigsten Standort des Studios und passierte vormittags, als die Mitarbeiter bereits im Gebäude waren. Man bestätigte mindestens 30 Tote.

Studio Sentai Filmworks unterstützt mit einer Spendenaktion: gofundme „Help KyoAni Heal“

Zuvor habe das Studio mehrere Morddrohungen erhalten. Wer nimmt an, dass tatsächlich etwas passieren könnte? Präsident Hatta beriet sich jedoch mehrmals nach eigenen Aussagen mit seinem Anwalt. Der mutmaßliche Täter befinde sich in Gewahrsam und schien bei der Tat beobachtet worden zu sein. Angeblich habe er etwas gerufen und eine brennbare Flüssigkeit auf das Haus gegossen. Weiterlesen »

„Mr. Bill“ und das Bildungswesen (Teil 3)

Weg mit den Handys! Weg mit aufgezwungenen Fächern! Weg mit Klassenunterschieden…? Die aktuellen Unruhen in Chemnitz haben wir den Klassenunterschieden und fehlendem Respekt zu verdanken. In Deutschland sind die Grundschulen noch recht gemischt, aber ab der Oberschule gibt es dank des vertikalen Trennungssystems das Gymnasium bis zur Förderschule. Trotz des Aufstiegs in vielen Arbeiterfamilien und der immer höheren Quote an Abiturienten und Studienabsolventen, bleiben die Klassen noch unter sich.

Multiprobleme

Rütli SchuleMr. Bill versucht, auf Augenhöhe mit den Schülern zu sein. das kommt nicht gut an. | © Mr. Bill (1994) auf cinemaxx.de

„Problemlösefähigkeit, Kreativität, Soziales Miteinander!“ wäre mein Slogan, würde ich wie Nena eine eigene Schule gründen. In der DDR gab es die Polytechnische Oberschule. Dort waren die Schüler von der 1. bis zur 10. Klasse zusammen. Auch hier trennte man „die Spreu vom Weizen„, aber erst nach der 10. Klasse. Bis dahin brauchte es Toleranz. Es blieben Gymnasiasten und Hauptschüler in einer Klasse. Kein Wunder, dass das Modell unter dem Namen Gemeinschaftsschule allmählich zurückkehrt.

Irgendwann wechselte ich auf eine Schule, in der Kinder den Duden oder das Lexikon erst kennen lernten. Ihr Englisch war bescheiden. Es gab keine Regeln zu Kaugummis oder zum Kippeln. An meiner alten Schule packten uns die Lehrer teilweise an den Ohren. Hier gab es Vandalismus und Kontakt zu Drogen. Unter anderem.

Im Bezug auf das schlechte Verhalten gibt es immer noch Debatten um die korrekte Kleidung. Was ist freizügig und was normal im Zeitalter von ISIS. Mr. Bills Schüler sind Soldaten. Sie tragen eine Uniform. Das hält die Doppel-Ds aber nicht vom schlechten Benehmen ab. Genauso wenig die Schüler in Großbritannien, wo Mobbing und fehlender Respekt vor Lehrern ein Dauerthema ist.

Mr. Bill löst Probleme auf eine andere Art. Mit viel Einsatz und dem Schaffen von Wissen. Er bringt den Soldaten Shakespeare bei. Vorher kannte ihn niemand. Später können sie sein Werk „Hamlet“ zitieren. Zuerst lachten sie, dann wollten sie mehr. Und alles begann mit der Neugier eines Schülers.Weiterlesen »