Greenwashing, Blackfishing, Pink Money – In welcher grünen Politik leben wir?

So, jetzt habt ihr mich soweit. Bisher habe ich darauf geachtet, keine Parteien hervorzuheben oder zur Wahl bestimmter Parteien aufzurufen. Eher ging es immer darum „doof-doof-doof“ und „Geht wählen!“. Meine Meinungen passten bislang zu zwei Parteien. Es wurden zwei, weil die erste für mich unwählbar wurde. Jetzt wird es die andere… Im September ist die Wahl und ich gebe dazu meine hochqualifizierte Meinung ab.

Mit dem Abgang der aktuellen Kanzlerin könnte sich mit der neuen Regierung einiges in der Kultur verändern. Als Kind empfand ich den Wechsel von Kohl zu Schröder als notwendig. Mir ist nicht wohl bei dem Gedanken, dass jemand 16 Jahre an der Macht bleibt. Dann kam Angela. Der Grund, warum ich mich bei langen Regierungszeiten unwohl fühle, ist der Eindruck, andere Politiker wirken dann inkompetenter als das Staatsoberhaupt.

Wer auch immer jetzt kommen mag, könnte die Fahrtrichtung nachhaltig verändern. Im Moment sieht es nach BaWü in groß aus und mich macht das nervös! Jeder wünscht einer Regierung gutes Gelingen; im eigenen Sinne. CDU und Grüne passen aber nicht zusammen. Auch wenn es einige annehmen, glaube ich nicht, dass wir eine grüne Kanzlerin erleben werden. Bis September ist noch Zeit, um Wähler abzuschrecken. Je deutlicher sich die eine Seite des Spektrums hervorhebt, desto stärker reagiert die andere.

Die Grünen haben sich selbst vor langer Zeit verloren. Es waren mal die Rebellen und Friedensaktivisten. In meiner Generation war bereits vergessen, welche „Opfer“ diese Partei in Kauf nehmen musste. An der Parteispitze gab es sogar einen Mord, der ungesühnt blieb, weil sich der Täter selbst tötete. Nach dem Mord an Petra Kelly kam der erste Bruch.

Schon damals hat man parteiintern kritisiert, wie sich die Partei an die anderen annähert und anbiedert. Es brauchte einen Typen wie Greta und Rezo, die darauf aufmerksam machten, dass wir eine Klimakrise haben.

Wurscht! Im Moment sehe ich eine hohe Priorität im Umwelt- und Klimaschutz. Das war ursprünglich Kernkompetenz der Grünen. Sollte es dieses Jahr zu einer schwarz-grünen Regierung kommen, können wir uns nicht auf die CDU verlassen.

  • Die Grünen und andere Parteien werden dafür verwantwortlich sein, ob Deutschland die Klimaziele erreichen wird.
  • Sie haben Einfluss darauf, ob die Lebensmittelverschwendung weiterhin bereits zu einem Drittel Auswirkungen auf Umwelt und Klima haben werden. Übrigens werden Lebensmittel hierzulande nicht nur verschwendet, sondern auch menschenunwürdig in armen Ländern verkauft.
  • Sie haben Einfluss darauf, ob die Abforstung zum Ausbau von Wohnungen und Industriegebieten voranschreiten wird. Und lasst uns bloß nicht über den Zustand der Wälder sprechen! „Übertreiber“ heißt es regelmäßig. Trotzdem nimmt das Artensterben zu, nicht nur bei der Biene, und die Qualität der Bäume deutet auf kranke Flächen hin. Ohne Wald kein Leben, Leute!
  • Sie haben Einfluss darauf,w ie wir von A nach B kommen. Sie können die Mobilität umweltfreundlicher machen, denn viele Menschen würden mit der Bahn oder dem Fahrrad fahren, wenn es mehr Möglichkeiten gebe, sie günstig oder sicher zu nutzen.
  • Sie haben Einfluss darauf, ob die Firmen sich mit neuen, effektiveren Umweltauflagen beschäftigen müssen. Es reicht nicht, das Logo grün zu färben. Es muss auch keine Papiertüte sein. Korruptionsfreies Fairtrade – auch von den Grünen gefordert – und eine optimale Kantine mit mehr vegetarischem Angebot wären ein Anfang.
  • Die Grünen wollen den Atomausstieg bis 2022. Auch für mich recht ehrgeizig, aber wenn es nach der CDU ginge, würde sich nichts ändern. Also, her mit den nicht-atomaren erneuerbaren Energien!
  • Sie haben Einfluss auf die Regionalität hierzulande, auf die Landflucht, das Dorfsterben und Vorzeigeprojekte für das moderne Wohnen. Es gibt eine Menge zukunftsfähige Wohnformen für Hausbesitzer und Wohnungsmieter, die anders funktionieren und gut gelingen. Man muss halt investieren.
  • Sie haben Einfluss auf Umweltbildung in den Familien, Schulen und Betrieben. Soll sich etwas ändern? Dann braucht man mehr Aufklärung, auch weiterhin zum Tierschutz, und ein neues Image vom „Öko“. Dazu braucht es vermutlich Stichworte wie „Grüne Digitaisierung“, was bei den Grünen eigentlich nur moderne Technik in der Landwirtschft bedeutet. Es geht nicht um Propaganda und Agendas, es geht darum, Menschen die Fakten auf den Tisch zu legen und ihnen zu zeigen, wie sie alternativ handeln können. Tatsächlich ist immerhin aktuell die Mehrheit am Umweltschutz interessiert.

Wer wählt?

Entscheidend wird die soziale Gerechtigkeit sein. Was könnte eine schwarz-grüne Regierung für das einfache Volk tun? Stereotyp sprechen die CDU wohlhabende alte Säcke mit Vorjahrhundertmoral und die Grünen junge Verblendete aus der Bildungsoberschicht an. Kritiker werfen den Grünen immer wieder Minderheitpolitik vor. Diskussionen konzentrieren sich manchmal auf Gruppen, die in der Größe mickrig im Vergleich zur Mehrheitsgesellschaft seien. Es geht um aufgebauschte Diskussionen um Migranten und Flüchtlinge, Feministen, die LGBTIQ*-Gemeinde und noch mehr, die zu der „Agenda der neuen Weltordnung“ gehören. Bis heute hängt auch das Stigma des pädophilen Aktivismus durch Abgeordnete wie Jürgen Trittin nach, dem es heute leidtue. Und dann wollen sie auch noch die Wahl ab 16…

Ich wünsche mir, dass man sich nicht an Kleinigkeiten aufhängt wie dem emotional geladenen Genderstern*chen. Zurück zur Verteidigung der Menschenrechte für alle! Gemeinsamkeiten zu erkennen ist Aufgabe der Politik. Fortschrittliche Gesetze wie die Ehe für alle und die Frauenquote kriegen nicht immer viel Unterstützung. Das mag sein, ist auch verständlich bei den vielen konservativen Wählern. Es kann aber nicht sein, dass gewisse Politiker rechte Gewalt sofort verurteilen und gleichzeitig Gewalt in Orten mit hohem Migrantenanteil abstreiten, welcher natürlich trotz Hintergründe existiert. Kriege zu unterstützen kann ebenfalls nicht Mittel zum Zweck sein. Genau davon sprach aber vor kurzem die Baerbock. Wer gegen China und Russland vorgehen möchte, muss genauso die USA kritisieren oder gar sanktionieren. Die Abrüstungspläne und der Einsatz der Bundeswehr klangen auch nicht wahnsinnig überzeugend.

Der Fall Boris Palmer vs. Dennis Aogo wird ebenso wegweisend sein. Man kann über Palmer denken, was man möchte. Die Aufmerksamkeit ist gerechtfertigt, da er schon mehrmals merwürdige Äußerungen machte und dies auch gerne in Kauf zu nehmen scheint. Meine Sorge ist jedoch, dass der Ansatz „Ein Fehler und du bist raus“ sich durchsetzen wird. Das Stichwort ist Cancel Culture.

Und was ist zukünftig entscheidend beim Einstellen neuer Mitarbeiter? Die Grünen fordern eine Frauenquote um die 40% für die Aufsichtsräte und ein Genderbudget für den Bundeshaushalt. Zählt hier aber noch die Qualifikation? Der Trend geht hin zu Job nach Merkmal und das tut den Betroffenen wie dem „Quotenschwarzen“ gar nicht mal gut. Mittlerweile bürgert sich auch hier der Begriff Imposter Syndrom ein, also der Eindruck, man sei nicht rechtmäßig an eine Position gekommen. Baerbock macht es auch gleich vor. Sie hat nie an einer Regierung teilgenommen, war eher Sprecherin und Teilnehmerin in Ausschüssen, was bei dem Alter und eigenen Kindern verständlich ist. Gut, sie war überall dabei, aber Habeck war immerhin Minister. Warum? Weiß man nicht.

Hier ist aber der wichtigste Punkt: Die Arbeit selbst. Den Bankern soll es an den Kragen gehen! Jawohl, dazu haben sie auch Ideen. Es geht irgendwie ums Druchgreifen, faire Wirtschaft, Verteilung und Kryptowährung. Nun, wir werden sehen. Währenddessen soll der Mindestlohn auf 12€ erhöht werden. Die Linke bietet 13€. Der Streit wird weitergehen. Aber immerhin mehr als bei der SPD. Arbeitsschutz und Home Office sollen in den Vordergrund rücken sowie eine Vollbeschäftigung, die weniger als 40 Stunden pro Woche beinhaltet. All das wiederum wird dann Einluff auf die Rente haben.

Mindestens zweitstärkste Partei: Die Grünen kommen!

Die Grünen müssen sich gegen ein schwieriges Image wehren, welches allen Parteien anlastet. Ich hoffe nur, dass sie das Image des Öko nicht anderen überlassen. Denn bisher hat sich im grünen Mienenfeld zu wenig getan. Der begriff „links-grün versifft“ sitzt wie ein Stachel in den Wunden des kollektiven Gedächtnisses. Es wird schwer, gerade mit der Spitzenkandidatin.

Die CDU und SPD bleiben noch immer weit vorne. Die jungen oder enttäuschten Wähler werden sich aber erwartungsgemäß umverteilen. Kurz vor der Wahl kommt dann die Mobilisierung der Wähler. Ob das die Skandale abhält? Man weiß es nicht.

Bei den Linken pisst die Wagenknecht die eigene Partei an. Die FDP bekommt Sympathiepunkte für den Lindner. Die AfD überlebt vielleicht, wenn noch einmal Skandale zu Flüchtlingen in die Medien kommen.

So, ich habe alle Parteien genannt. Den Wahl-o-Mat auch. Ihr könnt mich also nicht anzeigen oder so.

Geht wählen!

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