Soll ich es empfehlen? (Manga/ Anime)

Über die Sorge, zu ruinieren…

Gerade stolperte ich über den Kanal Super Eyepatch Wolf. Betrieben wird er von einem Enthusiasten, der mit viel Hingabe Animes analysiert und empfiehlt. Im gesehenen Video zu „Dragonball Z und dem Einfluss der Serie (auf „alles„) spricht er 33 Minuten lang über die Einzigartigkeit von Akira Toriyamas Werk.
Die Lobeshymne hörte nicht auf und ich wartete auf seine Belege. Im Grunde seien es Serien wie „One Piece„, „Hunter x Hunter„, „Naruto“ und „Yu Yu Hakusho„, wobei die letzte fast zeitgleich veröffentlicht wurde.

Dragon Ball ZStudio Ghibli
Dragonball Z und Studio Ghibli | ©  wikipedia.org

Im Jahr 2001, als „Dragonball Z“ im deutschsprachigen Raum über RTL II bekannt wurde, war ich in der Oberschule. Plötzlich sprachen Nicht-Animefans über Animes. Ich erinnere mich an den Beitrag zum Auftakt von „RTL II News„. Eine genannte Besonderheit von „Dragonball Z“ war, dass einige Helden sterben und man ihnen beim Älter werden zuguckt.

Gegen Ende des Videos (25:20) fragt sich Super Eyepatch Wolf, ob er sich die Originalserie wieder anschauen würde. Er bleibt unsicher.

Gerade habe ich eine Gruppe Erwachsener kennen gelernt, die das Animeterritorium beschnuppern. Es sind junge Leute, die Videospiele, Fantasyliteratur und Comics mögen. Nur eben keine Manga oder Animes. Wir starteten mit den Klassikern von Studio Ghibli, weil man damit selten Misserfolge hat. Nicht wahr?

Im Fall von „Dragonball Z“ bezweifle ich, ob ich die Serie empfehlen würde. Viele Menschen bevorzugen kurze oder nicht zu lange Serien. Zudem zogen sich manche Kämpfe dermaßen. Man sollte ein Fan von Kämpfen sein, bevor man mit der Serie beginnt. Ist es eine schlechte Serie? Definitv nicht! Ich bevorzuge den Vorgänger „Dragonball„, als die Helden klein waren und ihre Stärken noch nicht ins Supermegaübernatürliche stiegen.

Spielen wir auf Sicherheit! Keine langweiligen Sachen. Check. Keine erotischen Sachen. Check. Kein Kinderkram. Check. Wo landen wir? Ah ja, Ghibli und die neun anderen Filme, die man längst kennt.

Wo keine Neugier existiert, braucht man nichts empfehlen. Die Frage ist, warum sich Leute wie Super Eyepatch Wolf erst die Mühe machen, wenn sie zögern. Im Zweifel spielen wir auf Sicherheit und sprechen zum Beispiel über die kulturelle Bedeutung ohne aufzufordern. Zu groß ist die Angst, zu enttäuschen.

Ich gehöre zu den mäkeligsten Medienkonsumenten, die diesen Planeten je betreten haben. Parallel versuche ich anderen mein Vergnügen an meinen Lieblingsgeschichten näherzubringen. Ist es mir wichtig, darf es auch unorthodox sein: In der siebten Klasse empfahl ich einen alten DDR-Schinken. Er war Teil meiner Identität. Vorbereitend suchte ich die lustigste Passage aus dem Buch heraus, um sie vorzulesen. Puh, ein paar Lacher. Gerettet. Dieser Moment, als ich einer Freundin vor dem Fernseher einen chinesischen Film zeigte und hoffnungsvoll ihre Reaktionen beobachtete. Aus Überzeugung, da nicht nur Blockbuster aus Hollywood gutes Kino liefern.

Empfehlen, aber nicht nur die aufregenden Sachen. Riskant. Auf WordPress lese ich wöchentlich Beiträge anderer Blogger. Was habe ich mich gefreut, als ich eine Rezension zu „The Hakkenden“ und zu „Jimmy Corrigan“ entdeckte. Zwei nicht immer aufregende aber interessant gemachte Werke (tatsächlich weiß ich gerade nicht, wie ich es umschreiben soll). Es ist wie ins Theater gehen. Ungewohnt, muss aber nicht schlecht sein. Abseits von Shakespeare oder Schiller.

Traut euch! Auch wenn ich enttäuscht aus dem Kino kam, obwohl die Kritiken gut waren. Dann sind halt 9€ weg. Ich bin um eine Erfahrung reicher. So habe ich genug Ghiblifilme gesehen und kann zumindest mitreden. Mit Manga wird es schwierig, im Zimmer ist kein Platz. Dafür gibt es Bibliotheken und *hust%&/98ujj45zxzyhust*. Wenn ich Blogs wie Comickunst, Mueli77, Zuckerl und Zynismen oder Miss Booleana verfolge, weiß ich ungefähr, ob ich der Meinung zustimmen würde. Genauso weiß ich, wo ich Coreys Meinung („Double Toasted„) und Etiennes Meinung („Kino+„) zu politischen Filmen einordne.

Empfiehlt Stefan Mesch: „Die 50 besten Mangas – 50 Empfehlungen„…
a|fiction|esse

Ein Gedanke zu “Soll ich es empfehlen? (Manga/ Anime)

  1. Interessanter Artikel! Mir fällt seit ich blogge tatsächlich auf das gerade die Twittercommunity jede Neuerscheinung liest und als (zum größtenteil) lesenwert empfiehlt. Dabei sind die Begründungen recht mau oder gleich zu den anderen davor gelesenen. Meistens stimmt meine Meinung nicht mit den anderen überein aber die Erfahrung ist gemacht! :)

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