Fazit Writing 201

Große Erwartungen. Oft ein Fehler.

Obwohl ich den Writing 101-Kurs noch nicht abgeschlossen hatte und langsam für mich beenden wollte, war ich neugierig auf W201. Denn dieser Kurs legt den Fokus auf das Entwickeln von Storytelling beim Schreiben bzw. Editing. Während die anderen Kurse konkrete Aufgaben geben, gibt es hier Inspirationen und Zitate. Die Menge hat mich leicht überfordert. Schwieriger waren jedoch die Anregungen. Sie machen Sinn, sind aber… mannigfaltig?

Interessant finde ich, dass es vor den Blöcken einen eigenen Block gab, wie man aus dem Kurs mehr für sich herausholen kann. Das ist ungewöhnlich.

Woche 1, Blickwinkel finden, beginnt mit der Frage: „What makes you you?“. Sinngemäß, wo man seine Individualität hineinstreuen kann. Dann geht es weiter mit Frage 2: „What original details do you see in your story?“. Die logische Schlussfolgerung, denn wenn jemand sich als Individuum mit eigener Lerngeschichte wahrnimmt, hat er auch ganz eigene Punkte zum Erzählen. Frage 3: „How can you mine your personal history for just the right angle?“. Noch mehr Biografiearbeit.

Hier bin ich ausgestiegen. Alles war abstrakt und irgendwo im Vorfeld klar. So richtig geeignet finde ich es für das Bloggen nicht mehr. Vielleicht, falls jemand einen sehr persönlichen Blog hat. Was heißt „persönlich“, einen Blog mit „intimen“ Geschichten. Wenn ich an Bücher übers kreative Schreiben zurückdenke oder über Gespräche mit meinem Filmkumpel zu Drehbüchern, dann sind diese Sachen nicht so neu. Nur die Darstellung, vor allem mit den Zitaten, sind zu viel. Für mich hätten auch nur die Fragen gereicht.

Das gute an den Kursen der Blogging University ist, dass man gleich Zugang zu allen Wochen eines Kurses bekommt. Woche 2 geht dann bereits an die ersten Sätze. Der Einleitungssatz ist schon eine Sache für sich, aber dann noch diese komplizierten Grafiken. Das konnte ich nicht mehr einordnen. Ich möchte auch nicht wissen, wie die Einleitung bei „Die Fänger im Roggen“ von J. D. Salinger funktioniert. Dieser Roman hat einen bestimmten Ruf.

Woche 3 und 4 sind dann definitiv nicht mehr fürs Bloggen geeignet. Es geht um den Aufbau von Szenen, aber schon eher in Richtung Dramaturgie für Film und Theater. Beim Bloggen kann so etwas auch stören. Heutzutage nimmt sich kaum einer die Zeit, Blogs zu lesen. Blogbesucher kommen, meine Theorie, über das Themeninteresse dann aus Sympathie zu den Bloggern und weniger, weil etwas gut geschrieben ist. Sonst würden eine Menge Blogger mehr Besucher und Interaktionen haben.

Insgesamt glaube ich die Absicht hinter dem ganzen zu verstehen. Man kann Texte aufpeppen und persönlicher machen. Als Kurs war es aber, auch grafisch, zu viel. Es ist für Schreibprofis aus dem fiktiven Bereich geeignet. Ansonsten sind für Blogger wahrscheinlich eher Kurse mit den daily assignments, also Tagesaufgaben geeignet.

Weitere Kurse der Blogging University

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