Sprich #19 – Kayden Clarke (Triggerwarnung)

Habe lange überlegt, ob ich darüber schreibe, denn ich mag keine falsche Betroffenheit. Dieser Fall ist allerdings sowohl tragisch als auch interessant für Außenstehende.

Momentan ist in Berlin Queer History Month. Queer bedeutet „seltsam“, wird oft zusammengefasst als LGBTTIQ. Dabei passt es hervorragend zu allen, die nicht der Norm entsprechen.

Vor einiger Zeit erfuhr ich vom Tod eines Transmanns. Mich hat es auf jeden Fall traurig gemacht und dazu veranlasst, euch auf dieses Problem aufmerksam zu machen.

Die Umstände des Todes sprechen in meinen Augen für einen „freiwilligen“ Ausstieg aus der Gesellschaft.

Sein Name war Kayden Clarke. Ein Name, den er für sich wählte. Clarke kam als Danielle auf die Welt, hatte das Asperger Syndrom, eine posttraumatische Belastungsstörung, ADHS und Angststörungen. Das ist eine Menge.

Zum ersten Mal erfuhr ich von seinem Leiden über ein virales Video auf Youtube. Einen typischen Anfall wollte er zeigen. Weinen, Selbstverletzendes Verhalten. Der Assistenzhund kannte es bereits und hielt ihn immer wieder von den eigenen Schlägen ab.

Vor etwa 10 Jahren hörte ich zum ersten Mal von AS. Davor dachte ich immer, alle Autisten seien gleich. AS wird fälschlicherweise als „milde“ eingestuft. Allein diese Störung geht einher mit hohen Suizidraten, weiteren Störungen und vor allem viel Unwissen in der Bevölkerung.

Mit Transsexualität habe ich erst seit einigen Jahren direkte Erfahrung gemacht. Auch hier sind die Suizidraten und das Leiden sehr hoch. Rechtlich gesehen müssen Transgender-Leute eine Menge durchmachen, bis sie eine Anerkennung bekommen.

Zuletzt war Kayden verzweifelt wegen all den Widrigkeiten und komischen Fragen, die ihm Ärzte und Therapeuten zur Transition und dem AS stellten. In einem Video erzählte er von früheren Suizidversuchen. Darunter ein Versuch eines assistierten Suizids durch einen Polizisten, was ich nicht unterstütze.

Egal warum ihr es tut, zieht andere niemals in euren Selbstmord hinein!

Kayden starb am 04.02. im eigenen Haus. Er war dabei, sich mit einem Messer umzubringen. Jemand rief die Polizei, um ihn davon abzuhalten. Es folgte ein Gespräch, zu dem ich nicht viel weiß. Ob es anschließend Absicht oder eine Panikreaktion war, als er angeblich mit dem Messer nach einem der Polizisten langte? Offiziell agierte die Polizei in Selbstverteidigung und schoss.

Der Polizist, der ihn erschoss, war in Krisenintervention geschult. Krisenintervention erfordert starke Nerven.

Kayden sagte, er wurde die letzten Jahre falsch behandelt. In den USA gibt es große Diskussionen über psychiatrische Hilfen. Für Leute wie Kayden ist das Leben nicht einfach und nur zuhören reicht nicht.

Psychische Störungen stehen in den ICD-10, aber man kann es den Leuten selten ansehen.

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