Ich lade zum Tee…

Bauschmerzen, seit zwei Tagen. Morgen vielleicht auch noch. Dabei muss ich morgen lange fahren.

Die Gelegenheit, eine W101-Übung (Tag 10) auszuprobieren. Eigentlich hatte ich den Kurs ad acta gelegt, aber here we go again…

Ich lade euch zum Tee ein. Was wollt ihr trinken? Pfefferminz, Hagebutte, Roiboos? Oder doch etwas spannenderes von Yogi Tee? Ich wäre ja langsam für Matcha, aber in meinem Zustand kann ich gerade keinen grünen Tee ab. Der letzte Versuch, mich mit Tee zu dopen, ging außerdem schief. Mein Magen und ich, eine lange Geschichte. Das letzte Mal war es Guarana-Pulver, das ein Sodbrennen verursachte. Das Pulver ist so ekelhaft, das ich es auch gleich verschenkt habe. Dennoch teuer wie Sau!

Der Winter ist zu warm. Das endet nur mit einem heißen Sommer. Laut Bauernregel muss es frieren, damit der Sommer angenehm wird. Letzter Winter war auch nicht so kalt, zumindest hier nicht. Das hilft zumindest, wenn man Bauschmerzen hat. Ich möchte nur noch seufzen und im Bett liegen. Habe ich aber schon oft getan. Das ist nicht gut für die Knochen. Am Ende glotze ich sowieso nur Youtube.

Gestern erzählte mir mein Vater, dass meine Oma ein Buch geschrieben hat. Sie hat es immer angekündigt, aber wer hat es schon ernst genommen? Seit ich sie das erste Mal sah, ließ sie alle Briefe von anderen schreiben. Sie saß lediglich da und diktierte. Jetzt hat sie den armen Nachbar von nebenan geholt und ihm alles diktiert. Daraufhin gab er die Seiten allesamt an meinen Vater, der wiederum mich für die Tipparbeit einspannen will. Im Grunde hat meine Oma also wieder gewonnen.

Wie ich es finde? Großartig! Seit ich klein war, wollte ich Deutschlands jüngste Schriftstellerin werden. Ich sammelte Fragmente für meine spätere Biographie, die nicht spannend ist, aber manche Menschen lesen alles. Das Leben meiner Großeltern ist aufregend. Eine befreundete Schriftstellerin hat sich die Notizen des Nachbarn, dem meine Oma alles diktiert hatte, schon durchgelesen und für „gut“ befunden. Ein paar Stellen bedürfen Erklärungsbedarf, aber das kommt noch. Dafür ist es ein Wunder, dass meine Oma in ihrem Zustand sich überhaupt noch an alles erinnern kann.

Ganz ehrlich hätte mich aber die Geschichte meines Opas mehr interessiert. Mit Mitte 20 erfuhr ich, dass er mit 14 aus dem Haus geschmissen wurde. Über meine Uroma und ihrem „anständigen“ Ruf wusste ich auch nichts. Jetzt frage ich mich, warum mir das nie einer erzählt hat. Scheinbar war ich die einzige, die es nicht wusste. Ich hoffe nur, sollte das Buch veröffentlicht werden, dass es nicht zu Problemen führen wird. Meine Großeltern, auf beiden Seiten, haben schließlich einige Politiker getroffen und einiges miterlebt.

Jetzt, wo ich gestern von der Sache erfahren habe, habe ich wieder Schreiblust. Darum auch der Tee. Eigentlich wollte ich nur zielgerichtet über Comics und Medien sprechen, aber davon kam ich ab. Vorhin habe ich auch einen Verein gegrüßt, in dem ich mit einigen Jugendlichen zeichnete. Dann kam die Lust aufs Zeichnen zurück. Leider reicht so etwas nie, um mich mal an den Tisch zu setzen und einfach anzufangen.

Ja, ich weiß, dass ich dafür Gelegenheit hätte! In meiner Comicgruppe kriege ich aber nie Lust. Zu viel Druck. Und sobald es nach Hause geht, ist der Zeitmangel zurück. Ich wünschte, wir hätten noch eine kleinere Gruppe und einen anderen Ort, möglichst in meiner Nähe, aber alle müssen arbeiten. Ich weiß nicht mal, wann ich meine Kurse machen soll, die ich brauche. Arbeit ist sch****. Zumindest der Zweck. Das sage ich euch, so bricht man kreative Menschen!

In der Gruppe fühle ich mich aber trotzdem wohl. Es ist ein bisschen wie Urlaub. Einer ist ziemlich witzig, auf eine unkonventionelle Art, aber trotzdem lustig. Seine Werke gefallen mir und sein Geschmack sowieso. Ich war schon lange nicht mehr fasziniert von einem Menschen. Schade, dass er so wenig Zeit hat. Und vergeben ist er natürlich auch.

Die Wärme tut gut. Jetzt muss ich mich nur noch eine Stunde heiß einwickeln und es wird besser. Gefolgt von Flatulenz. Ja mei, ist doch net schlimm! Das Übel muss raus! Aber schon kriege ich Appetit auf anderen Tee. So schnell kann es gehen. Jetzt gleich noch ein paar Dinge für die Arbeit erledigen und dann geht es heute auch mal um zehn ins Bett… oder später.

Ausgetrunken? Dann mal wieder los!

Es leidet…
a|fiction|esse

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