„Solanin“ (2013): Worauf Sie Bock haben! [Inio Asano #1]

„Solanin“ – Ein leichtes Peter Pan-Syndrom

Inio Asano (*1980) steht jetzt auf meiner Liste. Ich habe keinen Bock, nach seiner Biografie zu suchen. Stattdessen will ich mehr von ihm lesen. Das habe ich noch nicht geschafft, aber ich muss unbedingt.

Dann werde ich versuchen, eine Reihe über sein Werk zu veröffentlichen. Er ist Schöpfer vom ersten Manga, den ich vorstellen möchte: „Solanin“ (2005/13), laut Tokyopop eine „Rhapsodie über junge Erwachsene„. Es geht nur am Rande um Musik, aber der Manga liest sich wie der erste Song eines Indiealbums und das ist nicht feuilletonmäßig gemeint. Also kann ich nur zustimmen.

Der Manga enthält: Uniabsolventen, Jobfrust in Japan, eine Band mit Chancen, Tische, besorgte Eltern, Ladeninneres, einen Bruch, lockere Freunde, Hasen mit schlechter Sicht

Cover Solanin Inio Asano
Cover | © Tokyopop

Handlung: In Japans Großstadt Tokio überleben das Paar Taneda und Meiko auf unterschiedliche Weisen. Taneda hat einen Uniabschluss und verdient ein bisschen Geld. Eigentlich will er aber mit seinen Bandkameraden Karriere machen und bekommt bald die Chance seines Lebens. Meiko hat auch einen Uniabschluss, fand irgendwo einen Job, aber der ist furchtbar. Sie kümmert sich darum, dass das Geld für die gemeinsame Wohnung reicht. Doch die Frage des Kündigens steht immer wieder im Raum. So auch bei Taneda, der eines Tages mehr Verantwortung für sich und seine Freundin übernehmen möchte. Doch die Wege trennen sich. Taneda gerät in einen Unfall. Meiko braucht Abstand. Jeden Schritt müssen sie sorgfältig abwägen. (Tokyopop – Altersempfehlung: 15)

„Solanin“ ist in zwei Bänden abgeschlossen. Die Graphic Novel erhielt 2009 eine Nominierung für den großen Comicpreis Eisner Award (USA) in der Kategorie Internationales Material – Asien, den der japanische Mangaübervater Osamu Tezuka mit „Dororo“ gewann. Im selben Jahr wurde „Solanin“ für den ebenfalls wichtigen Harvey Award (USA) nominiert, ging aber wieder leer aus. Dafür kam ein Jahr später die Realverfilmung („Soranin„, 2010).

 

Meikos Entscheidung
Charaktere aus
Meinung und Fazit: Es liest sich schnell und locker trotz der teils sehr schwierigen Stimmung und einer manchmal zu viel wollenden Sprache. Man kriegt Gedanken zu lesen, die manchmal unnatürlich formuliert klingen. Die Charaktere sind sympathisch und ich bin froh, dass trotz der Tragik nicht alles düster ist. Lustig ist es nicht besonders, erstaunlicherweise aber auch nicht langweilig. Gerade die ersten Szenen zu Meikos Job waren thematisch spannend und in Manga nicht so häufig. Ich dachte mir nur: „Preach it, Schwester!“ und „Oh ja, kenne ich.“. Darum finde ich es schade, dass es danach einen anderen Fokus gab. Es geht eben mehr um die Beziehung und Träume. Außerdem gefielen mir die Erzählperspektivwechsel nicht. „Solanin“ ist in meinen Augen kein Geniewerk, aber auch nicht schlecht. Denn ich habe nach diesem und einem anderen Werk einen guten Eindruck vom Autor gewinnen können. Je länger ich den Manga zur Seite legte, desto mehr hing ich an ihm.

Für wen? Für Mittzwanziger / junge Studierende / frische Absolventen / Berufsanfänger sowie Leute, die auf schnelle Lektüre stehen. Musikliebhaber kommen nur mittelmäßig auf ihre Kosten.

Manga oder Realfilm? Beides empfehlenswert. Ich habe den Realfilm nicht gesehen, aber der Trailer ist ziemlich nah an der Vorlage dran und scheint gut verfilmt worden zu sein.

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2 Gedanken zu “„Solanin“ (2013): Worauf Sie Bock haben! [Inio Asano #1]

  1. Von Asano habe ich bisher Gute Nacht Punpun (noch nicht zu Ende) gelesen und Das Feld des Regenbogens. Letzeres war so düster, dass ich erstmal eine Pause brauchte. Aber es ist unumstritten, dass er ein großartiger Künstler ist, der einen gewissen zeitgeist einfängt. Undzwar so, dass es manchmal weh tut … Solanin steht auch noch auf meiner Liste. Bin gespannt was du als nächstes zu berichten hast :)

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