Wo finde ich (gute) Manga/Comics? (Teil 1)

Wo finde ich Manga/Comics? Vor allem gute?

Die Comicindustrie ist reichhaltig und kann sehr kostspielig sein. In den Industrieländern stehen die Bestseller in jedem größeren Buchhandel. Je nach Interesse und Kaufkraft variiert das Angebot und damit vielleicht auch das, was dich persönlich anspricht. Außerdem hindern fast immer entweder der Geldbeutel oder das zu kleine Zimmer, wenn es denn mal etwas besonderes sein soll. Um sich besser auf neue Comics vorbereiten zu können oder schneller an Raritäten zu kommen, helfen dir vielleicht folgende Tipps.

Verlage als verlässliche Quelle

Wann immer du Aktuelles suchst oder Bestseller, können einem die Verlage gut weiterhelfen. Jeder Verlag bietet einen Gratiskatalog an, der in Buch- oder Comicläden zu finden ist. Darin gibt es Leseproben und die Internetadresse vom Verlag (Pendant im Videobereich: Streamingseiten wie Peppermint Anime mit freiem Zugang zu den ersten Folgen). Häufig gibt es kurze Hintergrundtexte zu Autoren und deren vorherigen Arbeiten. Auch Autorenseiten im Internet können aufschlussreich sein. Im Falle japanischer Mangaka (jap. Mangakünstler) sind viele Seiten allerdings nur auf japanisch. Ansonsten gilt Englisch als „Amtssprache“.

Es gibt auch die Möglichkeit, mit Verlagen Kontakt aufzunehmen. Verlage wie Carlsen oder Kazé haben Leserforen, wo man Vorschläge für neue Comics oder Kritiken zu bereits erschienenen Comics finden kann. Leser sind den Verlagen manchmal einen Schritt voraus.

 

Magazine bieten mehr Hintergrundwissen

Magazine im Fernsehen oder Printbereich oder auch Podcasts sind eine Mischung aus aktuellen Angeboten und Sekundärliteratur. Manche verlagseigene Magazine beschränken sich auf das eigene Angebot und auf das der ausländischen Verlage, von denen sie ihre Serien einkaufen. Es ist also gut, vorher zu überprüfen, von wem die Magazine stammen. Unabhängige Magazine stehen ausgewählten Verlagen aber nah und sind so gut in aktuelle Trends und Lizensierungen eingeweiht. Magazine bieten aber nicht nur kurze Nachrichten, sondern auch Interviews, Berichte und Reportagen, in denen man über interessante Dinge informiert wird. In Magazinen findet man wöchentliche und monatliche Charts. Einen Überblick über viele Verlagsstatistiken gibt es beispielsweise bei Oricon in Sachen Manga oder dem Comic Report.

Eine Besonderheit sind Fanzines, die das persönliche Erlebnis der Fans mit hinein bringen. Um ein passendes Fanzine zu entdecken, gerade zu Comics, muss man allerdings gut suchen. Viele ältere Fanzines haben es natürlich nicht ins Internet geschafft. Eine Möglichkeit sind Fanzine-Festivals wie das Zinefest oder das Archiv der Jugendkulturen (Berlin). Fanpodcasts sind hingegen auf jeder größeren Internetplattform für Podcasts, Audiodateien oder Videos.

Soweit die Klassiker. Daneben gibt es natürlich noch ein paar andere Stellen, die unbedingt erwähnt werden müssen:

Bibliotheken

Der Gang in die Bibliothek lohnt sich immer. Zwar sind die einzelnen Einrichtungen unterschiedlich ausgestattet und die Stadt mag auch eine Rolle spielen. Aber gibt es eine landesweite Liste mit Empfehlungen aus dem Comicbereich, die sich nach Erfolg und Qualität orientiert. Jede Bibliothek folgt der Liste und kann sogar Empfehlungen von Besuchern aufnehmen. Wer sich vor allem für Klassiker interessiert, ist bei der Bibliothek richtig. Viele Bände sind als Neuware nicht mehr erhältlich, können in den Bibliotheken aber ausgeliehen werden. Nachteil bleibt, dass die Bücher durch viele Hände gehen und man von unangenehmen Dingen überrascht werden kann. Allerdings kann man kaum günstiger eine neue Serie ausprobieren und muss sich dazu nicht zwingend einen Ausweis anschaffen. Leider werden auch nicht immer neue Comics eingekauft, sodass man hier eher auf Klassiker gefasst sein sollte.

Conventions, Festivals, Messen

Conventions bieten Neuware, Second-Hand und Fanprojekte. Das gute ist, dass man wertvolle oder günstige Sachen auf jeder noch so kleinen Convention finden kann. Das Wühlen lohnt sich. Ein Blick auf die Fanprojekte/ Doujinshi hilft, wenn man sich Genres nähern möchte und nach neuen Autoren sucht. Natürlich sollte man den Blick auch auf die Ehrengäste werfen und die oftmals lokalen Größen, die man auf Zeichnermeilen findet. Diese Künstler haben in der Regel eigene Websites und sind mit anderen Künstlern verlinkt. Des Weiteren kann man im Film- und Bühnenprogramm recherchieren und Cosplayer auf interessante Figuren ansprechen.

Ein Festival unterscheidet sich von einer Convention eigentlich nicht. Die Bezeichnungen sind nur eindeutiger auf Comicfans ausgerichtet, wenn es sich um eine „Convention“ handelt. Festivals können allgemeiner sein, z.B. das Japanfestival. Dasselbe gilt für Messen wie der Frankfurter oder Leipziger Buchmesse. Festivals oder Messen sind aber ein guter Ausgangspunkt, um weiteres zu finden. Wenn auch von größeren Verlagen.

Sekundärliteratur

Jemand, der richtig Ahnung hat, schreibt ein Buch und erwähnt eine Fülle von Namen und Adressen. Das ist der günstige Fall, wenn man sich ein Buch über Comics durchliest. Dabei gibt es seriöse Sachbücher, Forschungsliteratur (z.B. der ComFor) oder auch Anleitungsbücher zum Zeichnen und Schreiben. Zu empfehlen sind vor allem Scott McCloud (v.a. „Comics richtig lesen“), Masanao Amano („Manga“), Will Eisner und Dominique Paillarse („Der französische Comic“) sowie in grafischen Dingen das dicke „Drawing Words. Writing Pictures“ von Jessica Abel und Matt Madden. Bekannte Sekundärliteratur gibt es wie immer in den Bibliotheken. Eine besondere Adresse in Berlin ist außerdem die Comicbibliothek von Renate Comics.

Zu Teil 2: Im Internet finden…

Hm… Schon mal den Typ vom Comicladen gefragt, was sein Lieblingscomic ist?

Stuart, The Big Bang Theory

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© economydecoded.com
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5 Gedanken zu “Wo finde ich (gute) Manga/Comics? (Teil 1)

  1. Oh interessant – ich gehöre ja so ein bisschen zu dem Typ Mensch, der Manga gerne anderen Leuten näher bringen möchte. Warum bin ich noch nie auf die Idee gekommen so einen Artikel zu schreiben ;) Sehr praktisch! Fehlt auch nichts aus meiner Sicht, wobei ich aus lauter Guerilla-Taktik in der Vergangenheit oft mal einen Manga verliehen habe, damit die Leute reinschnuppern können. Meistens bekam ich die aber in einem Zustand jenseits von gut und böse zurück. T_T Dann bin ich übergegangen zu der Taktik tatsächlich eine Scanlationseite zu empfehlen … und dachte mir so: ist doch prima, können sie reinschnuppern, wenn sie Blut geleckt haben, wollen sie es bestimmt im Regal stehen haben. Tja. Weit gefehlt. Wie du schon im anderen Beitrag geschrieben hast: ich möchte es ja eigentlich auch nicht und fände es gut, wenn sie kaufen und die Nische unterstützen. Haben sie aber idR nicht.

    • „… Meistens bekam ich die aber in einem Zustand jenseits von gut und böse zurück. T_T“
      Da hilft nur, das Kriegsbeil auszugraben! Bei solchen Sachen endet der Spaß! Wo sind die Schurken?!

  2. Danke, dass du nicht „Comicbuchladen“ geschrieben hast. (Auch, wenn es der Synchronität wegen in Englisch „Comicbookstore“ heißt)
    Das ist nämlich genau so eine Synchronregisseur geleitete Fehlübersetzung wie „Genreal Wissen“ aus „How I Met Your Mother“ :)
    Ansonsten ein sehr informativer Artikel, den ich von meinen eigenen Erfahrungen her in allen Punkten nur bestätigen kann.
    Vor allem die Sekundärliteratur muss ich mir mal anschauen. Danke für den Tipp! :)

    • Mir ist tatsächlich nicht aufgefallen, dass man bei „Comicladen“ etwas falsch machen kann. Ich bin schon total an „Comicbuchladen“ gewöhnt. Hab’s ja auch bei Stuart geschrieben… ^^“

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