Comictipps für Weihnachten: Mord und Liebesschmacht!

Letztes Jahr hatte ich einen Anime vorgestellt, in dem es um Weihnachten geht. Das war, glaube ich, mein erstes Review in Sachen Manga, ziemlich spontan und eigentlich nicht beabsichtigt. Den Blog hatte ich etwas anders geplant, aber Pläne ändern sich wohl halt. Mir gefällt dennoch die Idee, zu einem festen Anlass, nach geeigneten Werken zu suchen und sie vorzustellen. Also stelle ich für dieses Weihnachten einen Comic-Thriller und eine Manga-Romanze vor.

1. „The Mystery Play“ (1994)

Gott ist tot, sagte ein berühmter Philosoph. Der Gott in dieser Geschichte ist es sprichwörtlich. Nun gilt es, den Mörder zu fassen und wir alle wissen, der Mörder ist immer unter uns.

Der Comic enthält: Mordopfer, ein Theaterstück, Polizisten, eine geheimnisvolle Journalistin, hochrangige Männer mit Geheimnissen, Gott und Teufel, alte Zeitungsartikel

Handlung: Mitten im Cycle, einem religiösen Theaterstück, bricht Chaos in der englischen Kleinstadt Townely aus. Ein Mann stirbt unter mysteriösen Umständen im Zentrum der Bühne. Sein Tod löst eine Serie seltsamer und verstörender Nachrichten aus. Der Manchester Detective Carpenter und die Lokaljournalistin Woolf suchen nach einem Täter. Diverse Größen der Kleinstadt sollen reinen Tisch machen, doch der Mörder ist einfach nicht zu finden. Denn die Dinge sind anders als vermutet. (keine offizielle Altersempfehlung)

Ein Mystery Play oder Cycle bezieht sich auf Auszüge der Bibel. Der Comic hat so direkt nichts mit Weihnachten zu tun, passt aber zum religiösen Ursprung dieses Fests. Es ist eine Geschichte mit einigen kulturellen Eigenheiten der englisch-schottischen  Erzählkunst. Geschrieben wurde „The Mystery Play“ von Grant Morrison (u.a. „Arkham Asylum“, „Near Myths“), der aufgrund seiner Bekanntheit sogar schon selbst zur Comicfigur wurde. Sprachlich bewegt sich der Text zwischen Umgangssprache und „Theaterbühne“. Visuell steuert Jon Muth realistische Bilder mit düsteren Wasserfarben und durchgehend schwarzem Blatthintergrund bei. Erschienen ist die Graphic Novel bei Vertigo (DC Comics).

Meinung und Fazit: Es ist verdammt schwer, die Story widerzugeben, ohne etwas zu spoilern. Ich traue mich nicht einmal, über die ersten Seiten zu sprechen, weil bereits da ein kleiner „Twist“ wartet. Die Geschichte ist nicht einmal 100 Seiten lang, aber recht komplex und hochspannend. Der Zeichen- oder besser Malstil ist richtig gruselig. Die Figuren sehen so realistisch aus! Jedes Panel (Einzelbild, Kästchen) könnte ein Portrait, ein flämisches Gemälde oder aus der Broschüre einer gewissen Gruppierung sein. Meine Lieblingsszene ist das Verhör mit dem Detective, weil dort der Stil wieder anders ist. Noch unheimlicher! Leider muss man ziemlich viel mitdenken bzw. aufpassen, gerade gegen Ende, um noch alles verstehen zu können. Das Ende ergibt für mich keinen Sinn, die Erzählweise ist aber aufregend. So kann Comic auch sein!

Diesmal: Für wen nicht? Wer zu jung, zu religiös oder zu sensibel ist, sollte die Geschichte besser nicht lesen. Außerdem scheint es bisher nicht auf Deutsch erschienen zu sein.

Seite 2: „Takumi-kun: Das Glockenturm-Gespenst“

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