Vorbilder

Seit einiger Zeit höre ich immer wieder die Frage nach meinen persönlichen Vorbildern. Ich kann darauf gar nicht antworten. In der Schule nannte ich Galileo Gallilei und Whoopie Goldberg, aber selbst die beiden waren streng genommen keine Vorbilder für mich. Ich nahm einfach nur einen Typ, der sich mit Astronomie beschäftigt hatte und eine Frau mit Persönlichkeit und Prinzipientreue. Mehr brauchte ich damals nicht.

Sicherlich hatte ich Idole. Selbst heute bin ich noch immer im stolzen Besitz diverser Zeichnungen, Autogrammkarten und sogar von einem Kissen einer sehr bekannten Boyband. Und das wird nicht weggeschmissen! Trotzdem habe ich diesen Leuten nie nachgeeifert oder ihnen so stark gehuldigt, dass ich mich dabei vergessen hätte. Auch Gallilei und Goldberg sind für mich einfach nur zwei Leute gewesen, die ich für meine Selbstpräsentation in der Schule brauchte und nicht so zufällig gewesen wären wie diverse andere Namen. Für mich waren es interessante Persönlichkeiten, mehr jedoch nicht.

Vielleicht hatte ich einmal ein Vorbild in den älteren Kindern entdeckt. Während der Grundschule fand ich die Jugendlichen ziemlich cool. Das mit dem Rauchen und Trinken nicht so, meine Eltern hätten auch wenig darüber gelacht. Sich aber nachts auf dem Spielplatz zu treffen und den eigenen Namen mit Wachs auf eine Sitzbank zu schreiben war für mich dämlich und genial zugleich!

Vor den Jugendlichen faszinierten mich Erwachsene. Als kleines Mädchen beobachtete ich die Erwachsenen in ihrem Kommunikationsverhalten. Wie sie mit Gegenständen in ihren Händen spielten. Wenn der Kugelschreiber auf und zu gemacht wird und es ständig klickt. Total unnötig für eine einfache Unterhaltung. Das Kopfnicken bei der Begrüßung hatte es mir sehr angetan. Irgendwann gewöhnte ich mir an, wildfremden Menschen (Erwachsene) auf offener Straße einfach so zuzunicken. Und es haben tatsächlich einige zurückgenickt. Total merkwürdig, aber es machte Spaß.

Sonst gab es niemanden, den ich eventuell zum Vorbild gemacht habe. Ich kann nicht behaupten, selbstständig genug gewesen zu sein, um bewusst auf Vorbilder zu verzichten. Allerdings hatte ich auch schon immer meinen eigenen Kopf und meine eigenen Ideen. Doch jetzt frage ich mich, brauchte ich vielleicht ein Vorbild? Oder sind mir meine Vorbilder nicht bekannt? Wir lernen doch alle von irgendwem.

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