Wie ich auf Manga aufmerksam geworden bin… [Medienbio #1]

Hm… Hm…. Hm….. hmmm?

Vorhin schaute ich nach langer Zeit mal wieder bei Saturn vorbei und stöberte eine kurze Weile in der Animeabteilung (Anime = Zeichentrick). Später in meinem Zimmer wanderte mein Blick zum Wandregal mit meinen Büchern, darunter sind auch ein paar Mangaserien. Sofort löste das eine Assoziationskette aus. Mir fielen die Diskussionen der letzten Tage ein. Zum einen hat sich das Gerücht verbreitet, die EU wolle Animes verbieten. Zum anderen gibt es angeblich Beschwerden über den neuen Umgang der Lepiziger Buchmesse mit Cosplayern. Dann dachte ich an die Nachricht des internationalen Japanforums, dass die extremen Spamattacken nun endlich überstanden sind und das Forum wieder in Betrieb geht. Und dann an den Eintrag von Café-Ribbon (Titel: „So wurde ich ein Freak“).

Irgendwann dann fragte ich mich, wie ich eigentlich zum Manga gekommen bin. Die letzten Jahre vergingen wie im Flug und plötzlich wurde mir bewusst, wieviel ich in dieser Zeit mit Manga und Anime erlebt habe. Es ist ein Gefühl, das liegt zwischen „alt“ und „erstaunlich“. Es ist schwer zu beschreiben. Denk an deine Lieblingsbeschäftigung oder deinen Lieblingsort und wie du damit in Berührung gekommen bist! Seltsam, oder? Ein bisschen war ich im Rausch, so geplättet war ich. Die Nostalgie hatte noch nicht eingesetzt, aber vielleicht kommt es jetzt.

Erster Anime

Wer sich mit der Geschichte des Manga beschäftigt, kennt „Heidi“ und die alten Trickserien von Nippon Animation („Biene Maja“, „Pinocchio“, „Wickie und die starken Männer“, …). Prinzipiell waren Serien wie diese meine ersten Animes! Die japanischen Elemente, die diese Serien zu Animes machen, habe ich aber erst gegen Ende der Grundschulzeit mit „Mila Superstar“ wahrgenommen. Es heißt ja schließlich auch: „Mila ist zwölf Jahre alt und lebt im fernen Japan...“. Mich rührte vor allem die Geschichte um ihren verstorbenen Cousin und wie die Serie es schaffte, Volleyballturniere interessant zu machen.

Heidi Mila Superstar
(v.l.n.r.: Heidi, Mila Superstar)

Ich weiß noch, dass Mila im Vormittagsprogramm gewesen sein muss, denn so oft konnte ich es nicht sehen. Anders war es hingegen auf RTL 2. Eines Tages entdeckte ich eine Reihe von animierten Serien, darunter „Sailor Moon“. Eine recht typische Story: Normale Schüler, die in irre Abenteuer geraten. Schon war es um mich geschehen! Diese Serie wurde mehrfach von vorne bis hinten wiederholt, über Jahre und ich würde sie immer und immer wieder schauen! Sailor Moon war witzig. Die Episoden waren manchmal sowas von übertrieben, aber die Charaktere waren einfach göttlich! Die Serie gestaltete meinen Nachmittag, als ich zu alt für den Hort wurde und war nun zum Albtraum meiner Eltern geworden.

Das Kinderprogramm von RTL2 lief damals von elf bis vier, soweit ich mich richtig erinnere. Andere bekannte Animes waren zunächst noch aus den 70ern und 80ern, z.B. der Sportkult „Die tollen Fußballstars“ oder die Meisterdiebinnen von ‚Katzenauge‘ („Ein Super Trio“). Es setzte ein Schnitt ein, als ich auf die Oberschule kam. Im Fernsehen wurden nun Serien von Toei Animation gezeigt. Der Stil war komplett anders und es gab mehr Serien für Jungs bzw. mehr Kämpfe. Diese Serien dürften die meisten Anime- und Mangafans geprägt haben, v.a. „Dragonball“ und „Pokémon“!

Dragonball Sailormoon
Pokémon Yu Gi Oh!
(v.l.n.r.: Dragonball, Sailor Moon, Pokémon, Yu Gi Oh!)

Erster Manga

Später kamen noch u.a. „One Piece“, „Ranma 1/2“, „Digimon“, „Detektiv Conan“ und „Yu Gi Oh!“ hinzu. Bei jeder Serie wusste man, jetzt kommt wieder etwas neues abgedrehtes! Ihr übriges tat auch die Musik (Intros zu Animes sind beliebte Internetvideos). Sowie Merchandise… selbstverständlich. Pokémon war dann sogar das erste animebasierte Spiel, das ich jemals von mir aus gespielt habe (Gameboy: Edition rot und schwarz; Pokémon Stadium, Pokémon Snap). „Ranma 1/2“ von Frau Rumiko Takahashi war schließlich neben „Dragonball“ von Herrn Akira Toriyama der Türöffner zum Manga lesen. Kein Wunder eigentlich, beide Serien sind von zwei der berühmtesten und zurecht besten Mangazeichner überhaupt. Nun interessierten mich die Geschichten aus Japan und das Land selbst. In dieser Zeit erfuhr ich auch von deutschen Mangazeitschriften. Bekannte sind die „Daisuki“ (Zielgruppe weiblich) und die „Banzai!“ (Zielgruppe männlich), selbstverständlich in schwarz-weiß gedruckt. Über diese beiden Zeitschriften las ich die ersten Manga von Carlsen Comics. Unter anderem „Hunter x Hunter“, „Naruto“, „Hikaru No Go“, „Fruits Basket“ und eben „Ranma 1/2“ (,worauf ich an anderer Stelle noch eingehen werde). Relativ alt, aber echte Klassiker kennen kein Alter.

Daisuki Ausgabe 2003 Daisuki, Ausgabe: Nr. 1, 02/2003
Banzai Ausgabe 2003 Banzai!, Ausgabe: Nr. 25, 11/2003

An manchen Stellen gefielen mir Manga schon damals besser als Animes. (Zur Erinnerung: Manga sind Comics in Printform, Animes sind Zeichentrickfilme.) Als ich beispielsweise „Yu Gi Oh!“ in der Banzai laß und es kaum erwarten konnte, diese Serie im TV zu sehen. Mich packen nur wenige Mangaserien, aber diese hatte mich anfangs beeindruckt. Das Problem, ich kannte lediglich den Anfang der Handlung. Die ersten Folgen von Yu Gi Oh! wurden in Deutschland leider auch nicht ausgestrahlt… Wie im Rest der Serie sieht man, wie die Charaktere an Spielturnieren teilnehmen und mit Geistern umgehen müssen. Die ersten Folgen sind stilistisch aber etwas… „biblischer“ als der Rest. Dort werden die Verlierer vom Protagonisten auf eindrucksvolle Weise bestraft, kreativ statt gewalttätig. In diesen Episoden mussten sich die Hauptfiguren auch erst noch vertragen, eh sie gemeinsam losziehen konnten. Dieses Yu Gi Oh! wollte ich sehen, aber leider weichen die ersten Episoden praktisch vom Stil der übrigen Handlung ab.

Fake Fake

Ein anderer Unterschied zum Anime Gucken waren die Genres. Jemand lieh mir eines Tages eine Serie namens „Fake“ aus. Fake handelt von zwei Polizisten in New York, die sich allmählich in einander verlieben. Das klassische Shounen Ai- oder Boys Love-Genre. Viel des kommerziellen Erfolgs der Manga geht zurück auf Shounen Ai und Yaoi, die freizügige Variante. Es ist das Genre der „Pubertäterinnen“. Die Geschichten sind sicherlich kaum etwas fürs deutsche Fernsehen. Es passt nicht zur Zielgruppe und lässt sich mal nicht so schnell und leicht abwandeln wie in „Sailor Moon“ (Änderung der Geschlechter in der dt. Version aufgrund von Homosexualität). Selbst wenn der Musiksender MTV als einen seiner Animes „Golden Boy“ angeboten hat. Am Nachmittag. Und diese Serie kann man getrost als „pervers“ bezeichnen! ;) In diese Richtung läuft eher Yaoi, aber nicht Shounen Ai. Dennoch gibt es verdammt lustige und unterhaltsame Geschichten (heißt: nicht kitschig) zu Boys Love, die ich aber mehr oder weniger nur über Manga zu Gesicht bekam.

Danach kamen Conventions, das Internet, das Zeichnen und noch so einiges anderes. Heute gehe ich den ganzen Sachen nicht mehr so intensiv nach wie damals. Das liegt zum Großteil an der pubertierenden Masse, der ich auf Veranstaltungen begegne und zum anderen an der Tatsache, dass hierzulande eben fast nur an diese Altersgruppe gedacht wird…
Wie bist du eigentlich auf Manga aufmerksam geworden?

Still not nostalgic
a|fiction|esse

Na gut, vielleicht ein bisschen… (Mila – kann lachen – wie die Sonne überm Fujiyama…)

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4 Gedanken zu “Wie ich auf Manga aufmerksam geworden bin… [Medienbio #1]

  1. Ohh, vielen Dank dass du unsere Einträge liest ^_^.. Außerdem stimmt dass mit der EU & den Animes/Mangas nicht. Das ist ein Youtube gerücht (von LeFloid), was sich auf irgendeinen Blogeintrag von 2009 bezieht und nur von der USA die rede war! Wollt nur mal aufklären :).

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