Deutsches Fernsehen: Ein mathematisches Problem?

– Seite 1: Die „Komikerquote“ –

Zwischenfrage: Kann es sein, dass das Fernsehen in Deutschland eigentlich kein Qualitätsproblem hat?

Statt einer besseren Qualität reicht vielleicht eine Umverteilung innerhalb des Programms. Der Ist-Zustand ist zugegeben furchtbar. Du kennst die Sender RTL, Sat 1, RTL 2, Vox, usw.? Ja? Mittlerweile kennt man auch Namen wie ARD und ZDF. Hier hat „kennen“ einen negativen Beigeschmack. Man „kennt“ diese Sender für ihre schlechten Angebote.

Wozu all das Motzen?! Schon jetzt fühle ich mich wie Holger Kreymeier, also komisch. Fernsehen ist allgemein ein faszinierendes Medium. Es stößt ab und zieht an. In unzähligen Studien wurde es dämonisiert, dann für pädagogische Zwecke eingesetzt, jetzt spricht man mittlerweile vom „Medientod“ und irgendwann ist die Glotze immer noch da! Das ist kein rein deutsches Problem. Woanders wird auch gelitten. Ein Blick ins ausländische Fernsehen verhärtet Klischees sogar. Männerfantasien können zum Beispiel schnell im brasilianischen TV befriedigt werden. Das „Anstiften zum Nachmachen“ – sei es bei Drogen, Sexpraktiken oder Schmerzen – gibt es in den Niederlanden. Wie man Kandidaten einer Show vorführt, wird in Japan gezeigt.

Kommt mir also eine Ruth Moschner mit einem ständigen, unsensiblen „Ih!“ daher, als sie eine Gesundheitssendung zum Thema Schuppen moderiert oder ein Markus Lanz, der „Doch!“ ruft, um das letzte Wort zu haben, dann denke ich halt an schlimmere Sendungen.

Das hier kann man aber ändern!

Ein paar gute Sachen gibt es doch. TV ist eh nicht alles, aber sehenswertes bleibt sehenswertes. Fangen wir an mit den Entertainern. Im Ausland gelten die Deutschen als steif, humorlos und zwanghaft, i.S. alles Gesagte wird zur Regel. Ost und West haben aber ein paar hervorragende Moderatoren mit vielen Talenten gehabt. Unter anderem Helga Hahnemann, Harald Junke, Thomas Gottschalk, Harald Schmidt und aktuell/ bald Kurt Krömer. Auch wenn ich mit den meisten nicht aufgewachsen bin, erkenne ich ihren vorwiegend guten Ruf an.

Dennoch kommen scheinbar die bequemeren Leute nach ganz oben. Zu allererst sehe ich da Markus Lanz. Einen, der sogar Atze Schröder verteidigt! Was hinter den Kulissen des ZDF passiert, kann ich nicht sehen. Allerdings spüre ich, dass bei dieser Pflaume (Verzeihung, aber wahr!) schon allein der Wechsel zum ZDF mehr als unfassbar war. Dann bekam der Mann drei Shows und ist immer noch dort. Vielleicht hat er am Ende ja den ZDF erpresst..? Wo auch immer er sich ausbilden ließ, es ist nichts für die große Show.

Für mich wäre die erste Konsequenz, den Personalbedarf anzupassen. Ein Entertainer sollte nicht nur als Journalist oder Moderator gearbeitet haben, wenn er eine Samstagabendsendung begleiten möchte. Für ein gewisses Publikum reicht halt auch ein Florian Silbereisen oder ein Günther Jauch. Besser geeignet sind jedoch Humoristen mit Schreib- und Bühnenerfahrung. Also quasi der extrovertierte Chefredakteur von nebenan. Zum Beispiel Jan Böhmermann.

Die Komikerquote, jetzt!!!

(Weiter auf Seite 2: Die „Fictionquote“)

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